Im Folgenden seht ihr die Geschichte von At-Tufail Ibn 'Amr Ad-Daussi(r). Er war der Anführer des Stammes der Daus und eine große Autoritätsperson. Aber all dies konnte ihn nicht davon abhalten, dem zu folgen, der die Wahrheit spricht... Er ist ein Beispiel für die Muslime und auch in der Geschichte ein bedeutsamer Sahabi(r).
At-Tufail Ibn ’Amr Ad-Daussi war ein ganz großer Mann und hat eine außerordentliche Geschichte, wie er Muslim wurde. Wie sein Name uns verrät, kam er aus einem Stamm der Banu Daus. Er selbst war der Herrscher dieses Stammes, einer der berühmtesten und meist respektierten Personen von den arabischen Stämmen. Man sagte, dass bei ihn zu Hause das Feuer, mit dem er kochte nie ausgelöscht wurde, seine Tür für einen nie Gast zu gemacht wurde, er den Armen und Bedürftigen zu helfen pflegte und ihnen immer Unterkunft bei sich gab: Alles Zeichen von Gastfreundlichkeit und Mitgefühl. Hinzu kam, dass er kein Analphabet war. Er war ein Dichter und hatte sehr viel Wissen bezüglich der arabischen Sprache und konnte zwischen gutem und schlechtem Sprachstil unterscheiden. Eines Tages entschloss sich At-Tufail Ibn ’Amr Ad-Daussi die Pilgerfahrt nach Mekka zu machen.
**Auch früher unternahmen die Araber die Hajj, jedoch nicht um Allahs(t) Wohlgefallen zu erlangen, sondern um bei den Götzen Schutz zu suchen.**
Zu dieser Zeit wusste er nichts von der Unruhe, die in Mekka ausgebrochen war aufgrund des Streits zwischen den Mekkanern und dem Propheten(s), denn diese versuchten mit allen Mitteln den Islam zu bekämpfen.
At-Tufail Ibn ’Amr Ad-Daussi erzählt uns selbst seine wundersame Geschichte:
„Sobald ich nach Mekka kam, brachten die Herrscher von Mekka mir den herzlichsten Empfang entgegen und luden mich zu ihren Häusern ein. So versammelten sie sich allesamt und sprachen zu mir: “O Tufail, so bist du nun zu unserem Land gekommen und sollst wissen, dieser Mann hat unsere Sache zerstört, weil er behauptet, er sei ein Prophet. Er hat Fitna in unserem Land gestiftet und wir haben nun Angst um dich, o Tufail, dass dich das gleiche Unglück trifft. Wir meinen es dir nur gut. Wenn du also diesem Mann begegnen solltest, so rede nicht mit ihm und halte Abstand, denn sein Gerede ist wie Zauberei: Er kann zwischen Vater und Sohn, Bruder und Bruder, ja sogar zwischen einem Mann und einer Frau trennen. Nimm dich in Acht vor ihm...“ At-Tufail erzählt weiter und sagt: “Sie haben mir soviel Schlechtes über Muhammad(s) eingeredet, bis dass ich mich entschloss, weder mit ihm zu reden, noch in irgendeiner Weise mit ihm zu tun zu haben. Sie haben mir soviel Angst gemacht und derart komische Geschichten erzählt, dass ich den Propheten(s) nur noch meiden wollte. Als ich dann zur Kaaba gehen wollte, steckte ich mir Watte in die Ohren, um ja kein Wort von dem Propheten(s) mitzubekommen, der ebenfalls anwesend war; Ich sah ihn im Gebet... ein Gebet, welches unserem in keinster Weise glich. Seine Art zu beten faszinierte mich so sehr, dass ich ohne es zu merken ihm immer näher kam,... bis ich ganz nah bei ihm war. Und Allah(t) hat es so gewollt, dass ich etwas von dem, was er sagte, zu hören bekam, jedoch ohne Absicht. Und das, was er sagte, war sehr schön. Dann sagte ich zu mir selbst: „Deine Mutter soll dich verlieren, o Tufail, du bist ein intelligenter Mann, ein Dichter, der sehr gut arabisch kann und du kannst zwischen Gutem und Schlechtem unterscheiden. Was hindert dich nur daran, von diesem Mann zu hören? Wenn er etwas Schlechtes sagen sollte, kannst du es ablehnen und wenn er etwas Gutes sagt, so kannst du es annehmen.“